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Rede zur Jugendweihe im Theater Altenburg

Jugendweiherede 2019

Liebe Mädchen und Jungen, liebe Eltern und Großeltern und liebe Gäste,

mit einer den letzten Bildern im Kopf, also den beiden Mädchen im Einkaufswagen will ich einsteigen.

Sieht man so aus? nach dem Kauf der Jugendweihekleidung. Welch schönes Lachen, wie viel Lust auf Leben steckt in dem Bild.

Denn - Glück sind die schönsten Momente!

Sie liebe Eltern durften dann mit der EC Karte alles bezahlen.. und haben dies gern getan.

Denn die  Jugendweihe ist etwas Besonderes im Leben junger Menschen.

Die meisten von Ihnen können sich noch an ihre eigene erinnern.

Liebe Eltern und Großeltern, liebe Mädchen und Jungen,

Wussten Sie, dass:

- Sportler des Jahres 2004 Michael Schuhmacher war?

- Der Baum des Jahres die Weißtanne war.

- Das Unwort des Jahres war Bubendummheiten.

- Deutscher Fußballmeister wurde FC Bayern, im Vorjahr war es noch

- Werder Bremen, mit einem 3:1 Sieg gegen Bayern München.

2005 war das Schiller Jahr, stirbt Papst Paul II mit 84 Jahren, wurde der Tag der Demokratie eingeführt UND bei dem Tsunami starben 200000 Menschen.

Die häufigsten Vornamen der beiden Jahre waren bei den Mädchen Leni,  Anna, Hannah, Leonie, Lara, Elisabeth und Ida

Bei den Jungen stand auf Platz 1 Lukas, Leon, Tim, Paul, Emil, Niklas, Finn, Jamie und Tyler.

Liebe Eltern,

aber das Beste, was  in den beiden Jahren passierte, ist die Geburt Ihrer Kinder.

Und mit der Geburt, also mit eurer Geburt, liebe Mädchen und liebe Jungs, änderte sich alles.

Eure Eltern verzichteten als erstes auf ihren Schlaf, auf jegliche Art von Vergnügen.

Also: Nichts mehr …mit

„ .. ein geiles Leben, mit knallharten Champagnerfeten mit fame, viel Geld, dicken Villen und Sonnenbrillen!“

Eure Eltern übernahmen für euch die Verantwortung.

Und ich bin mir sicher, beim Verlesen der Namen auf den Urkunden tauchen auch einige der eben genannten Vornamen auf.

Liebe Eltern, Liebe Großeltern, Liebe Gäste,

Der Tag der Jugendweihe Ihrer Kinder, Enkelkinder, Nichten oder Neffen, ist für Sie auch immer ein Blick zurück.

Sie liebe Eltern, lassen heute noch einmal die Bilder der Kindheit vorüberziehen.

Sie erinnern sich an das erste Familienfest. Alle Verwanden bestaunten den kleinen Winzling, nahmen zart die kleinen Finger in ihre Hand und begleiteten ihn auf ihrem Weg.

Sie erinnern sich an den ersten Schritt, das erste Lächeln, die ersten Worte, an den ersten Tag im Kindergarten, die Schultüte und viele andere schöne Momente.

So schnell geht das, meinen die einen. Lang war der Weg, denken die anderen.

Liebe Mädchen und Jungen,

Das Leben ist von Geburt an eine große und steile Treppe, die man stetig mit Kraft erklimmen muss.

Anfangs gab es die helfenden Hände Eurer Mütter und Väter, die euch die Stufen hinaufzogen.

An das erste mal, als die  helfenden Hände eurer Eltern,  euch an einem Finger festhielten und „steig“ sagten, könnt ihr euch nicht erinnern, auch nicht wie oft euch Mutti das Wort „Mama“ sagte bis ihr es sprechen konntet. Auch nicht daran bis ihr selbstständig mit einem Löffel euren Brei essen  konntet. Auch nicht an den ersten Tag im Kindergarten.

Euer erster Tag im Kindergarten, war für euch sicher eine aufregende Erfahrung. Draußen vor der Tür stand Mama und weinte.

Ab jetzt traten auch noch andere kleinere Helfer in euer Leben, die Erzieherinnen und Erzieher und nach dem Schulanfang noch die Lehrerinnen und Lehrer.

Von nun an lerntet ihr stets dazu.

Das ABC lernte sich schnell auch das Rechnen ging ganz gut. Freunde waren auch schnell gefunden… und dann

Liebe Eltern,

dann kamen die ersten Anzeichen der Pubertät, so mit 9?!

Liebe Eltern, ja auch liebe Großeltern,

mit 9 fing alles an anders zu werden.

Als Oma, die ich bin, musste ich mich der modernen Zeit anpassen.

Kommunikation erfolgt nicht per Verabredung, es muss schon ein smartphone sein.

Wenn man dann beim gemeinsamen Abendbrot am Tisch sitz und so fragt was es denn da so Neues bei YouTube  gibt, was gerade so läuft kommt die Antwort…

Und wenn dann Opa auch noch antwortet, na kennste die nicht, stand ich etwas doof da.

Also probierte ich es sofort aus. Ich fand ein tolles Video, wo sich zwei Mädchen bei einem Experiment filmten.

Die Mädchen kennen es bestimmt. Man schneidet eine Füllerpatrone auf und tröpfelt den Inhalt auf ein leeres Blatt, klappt es zu und verreibt den Inhalt,  lässt es trocknen und erhält die schönsten Figuren auf dem Blatt.

Ich staunte nicht schlecht über die Figuren, allerdings auch über den Teppich.

Also schrieb ich per Whats App. Ist mein Teppich noch orange?

Prompt kam die Antwort, also Oma was denkst Du denn…

Also liebe Großeltern, es lohnt sich zu lernen wie man mit dem Handy umgeht.

Bei Jungs ist das etwas anders. Die kommen meistens später aus der Hüfte, so mit 11?! Und experimentieren eher auf mathematischem Niveau.

In den Ferien klingelte unser Nachbar und ich schaute etwas dümmlich, als der Junge mit blauen Augen, die nach Veilchen glichen, seine und  Brille in der Hand, die einem Spinnennetz glich statt Gläsern…

Und Sie erklärten mir das Experiment wie folgt:

Man nehme einen Expander, zieht ihn gleich weit auseinander

-Tante Ute, wir haben es genau berechnet.-

… und lässt zur gleichen Zeit los… und eigentlich muss es genau in der Mitte zusammen kommen.

Da blieb mir nur zu eins zu sagen, „Jungs, gute Idee, Experiment nicht gelungen, und die  Versicherung frage ich sofort an.“.

Das Leben geht weiter und aus der 11 wird eine 12 auf der Geburtstagstorte. Wieder löst sich ein Finger von der Hand.

Und mit der Pubertät begann auch die Rebellion

Die Ärzte beschrieben die Rebellion so:

„Junge und wie du wieder aussiehst. Löcher in den Hosen und ständig dieser Lärm“

Nachdem der CD-Player endlich leiser ist, wird Ihnen bewusst, dass sich ein Finger Ihrer helfenden Hand löst.

Das Abnabeln geht los.

Als Antwort tönt aus dem Kinderzimmer Tim Bendsko

„Nur noch kurz die Welt retten“

Ihr Kind rauscht raus, schnappt sich das Handy und während die Tür zufällt, klingt es in ihren Ohren... Bis später.

Vorbei die Zeit, dass die Hausaufgaben gemeinsam gemacht werden.

Mit bangen Blicken grüßen sie die Lehrerinnen und Lehrer auf dem Altenburger Markt in der Hoffnung…  “Es gibt doch hoffentlich keine Klagen“

Die Noten auf den Zeugnissen werden nicht oft zum Lottospiel. Die mahnenden Worte „Hast du gelernt, das brauchst du später für deinen Beruf. Du weißt ja noch gar nicht was du mal werden willst.“ Klingen jeder Generation in den Ohren.

Sie liebe Eltern hören ihre Eltern und diese wieder ihre...

Ja liebe Kinder, das lernen kann nervig sein, auch anstrengend. Aber wie könntet ihr so mühelos im Internet surfen, SMS schreiben – übrigens  in einem Tempo um das ich euch beneide –

Also behaupte ich, dass Lernen mehr Spaß macht als manch einer zugeben mag.

Dann kam die erste große Liebe....

Mit 12 hüpfte ihr Kind  durch die Wohnung, verbrauchte in der Woche 2 Dosen Deospray, Haarspray in Massen und das Handy stets an Mann.

Wenn sie dann

„Hallo Lieblingsmensch, ein Riesenkompliment, dafür dass du mich so gut kennst“ von Namika aus dem Mund ihres Kindes hören, sind nicht sie gemeint.

NEIN, liebe Eltern, das sind sie nicht, da muss ich sie enttäuschen.

Da steht die erste große Liebe vor der Tür. Picklig mit Zahnspange und irgendwie auch niedlich..

Naja, dann kommt das rumtruxen. Wir wollen ins Kino.

Mir fiel sofort Gunter Gabriels Lied ein:

„Hey, Hey Boss ich brauch mehr Geld.“

Okay, jetzt wachsen die Ansprüche...

Galten Eltern und Großeltern bis jetzt als großes Vorbild, sei es als Kameramann, als Sportler, als Lehrer oder so wie im Film als Angler sind jetzt

Mama und Papa die preiswerte Putzhilfe, der  Kraftfahrer, der Nahrungsbeschaffer, Koch, und Oma und Opa als Sponsor für die besonderen Wünsche,

Zeit für Familie, sonntags zum Kaffee – keine!

Auch hier löst sich ein weiterer Finger von der Hand.

Liebe Kinder,

das Leben ist leider nicht immer Sonnenschein. Es kommen auch Zeiten der ersten schmerzhaften Erfahrungen, der Verlust eines lieben Menschen, eine unnötig verpatzte Klassenarbeit, ein Eigentor beim Fußballspiel...

Dann, ja dann seid ihr froh, wenn Mama euch mit Sarah Conners „Wie schön du bist“ in die Arme nimmt.

Egal welche Probleme ihr habt, hier findet ihr Hilfe oder auch einen Rat.

Heute begann der Tag mit dem  Anziehen eurer schicken Jugendweihekleidung, in wenigen Minuten werdet ihr in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen.

Dank der vielen „kleinen“ Helfer wie Eltern, Großeltern, Erzieher, Lehrer, Trainer und viele andere kleine Wichtelmänner habt ihr es bis hierhin geschafft.

Ein ganzes Stück Arbeit liegt noch vor euch.

Jetzt komme ich zum ernsten Teil:

Erwachsen sein heißt auch Verantwortung zu übernehmen, allein  Entscheidungen zu treffen.

Dazu gehört auch Mut. Den wünsche ich euch. Es gibt keine Patentrezepte für ein erfolgreiches Leben. Seid selbstbewusst und traut euch Entscheidungen zu treffen, bei der Berufswahl, dem Studium, der Partnerwahl...

Seid weltoffen und tolerant, gegenseitige Achtung, Solidarität und Mitmenschlichkeit sollten euer Handeln bestimmen. Sorgt dafür dass die Welt eine Friedlichere wird, damit sie auch noch euren Kindern erhalten bleibt.

Vor euch liegt eine bunte Welt mit allerlei Angeboten und Verlockungen, wählt mit Bedacht und Verstand, denn oftmals ist das wirklich Gute nicht leicht zu erkennen.

Lasst nicht alle Finger von der Hand eurer Eltern, sie bietet auch immer einen Halt und einen Weg zurück.

Liebe junge Erwachsene,

begehen Sie den Tag mit Mark Forster

„Die Welt ist klein und Wir sind groß“

Und mit dem letztem Bild   aus dem Film zu sprechen:

„.. ich lass heute Konfetti für Dich regnen,

Ich schütt‘  Dich damit zu

Ruf’ Deinen Namen aus allen Boxen

Der beste Mensch bist Du

Ich roll’ den roten Teppich aus..

Du bist das beste Ding für mich

Und die Chöre singen für Dich.“

Und gratuliere Ihnen ganz herzlich zu Ihrer Jugendweihe.

 

Ihre Ute Lukasch

Wenn sich alles im  Kreise…..dreht.

 


Anschauen lohnt!

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Broschüre zum Blättern in meinem Büro erhältlich.

Ute Lukasch (MdL)
Wohnungspolitische Sprecherin im Thüringer Landtag

Mitglied im Ausschuss Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten

Mitglied im Petitionsausschuss