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18. April 2017

Landwirtschaftstour durch das Altenburger Land

Moderne Futterküche in der Mastanlage Greipzig

Kühe auf Stroh in Jückelberg

Historisches Ambiente in Schwanditz

Das zukünftige Schullandheim in Schwanditz

In der Woche vor Ostern unternahm Ute Lukasch (MdL), Mitglied im Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Forsten eine Besuchertour durch verschiedene Landwirtschaftsbetriebe im Altenburger Land. Begleitet wurde sie in einigen Betrieben durch die Landrätin Michaele Sojka und den Vorsitzenden des Bauernverbandes, Herrn Berndt Apel.

Die erste Station war die Schweinemast-Anlage in Greipzig, welche von der Gutsverwaltung Altenburg GbR betrieben wird. Herr Wolfgang Schleicher empfing uns mit einem seiner Mitarbeiter im Mastbetrieb. Diese Stallanlage ist technisch auf hohem Niveau, mit automatischer Lüftungs- und Fütterungskontrolle. In der modernen „Futterküche“ wird das Mastfutter entsprechend des Alters der Tiere angemischt und gelangt über eine Vielzahl an Rohrleitungen zu den entsprechenden Tieren. Die Aufgabe der alters- und entwicklungsbedingten Fütterung besteht im Wesentlichen darin, eine bedarfsgerechte Zufuhr an Energie, Nähr- und Zusatzstoffen vorzunehmen und ist somit nährstoffökonomisch und ökologisch sinnvoll. Zusätzlich entlastet die Phasenfütterung der Mastschweine die Umwelt, unterstützt die Tiergesundheit und optimiert die Stallluft für Mensch und Tier. Herr Schleicher betonte, dass mehr Platz pro Tier für ihn kein Problem darstellt – er dazu sofort bereit wäre. Allerdings wird derzeit preislich „an der Schmerzgrenze“ produziert. Die Kilo-Preise, welche ein Mastbetrieb für sein Schweinefleisch bekommt, bewegen sich am unteren Limit.

Zweite Station am ersten Tag war die Agrargenossenschaft Jückelberg e.G. Uns empfingen der Geschäftsführer, Herr Sievers, ein Mitarbeiter sowie Herr Els vom Agrarunternehmen am Leinawald e.G. mit Schweinebraten und Rotkohl, pünktlich zur Mittagszeit. Auch Jückelberg hatte und hat mit der „Milchkrise“ zu kämpfen, das Agrarunternehmen am Leinawald (über 20 Mitarbeiter) gab die Milchproduktion sogar ganz auf. Jückelberg beschäftigt über 30 Mitarbeiter und betreibt Milchproduktion, Schweine- und Rindermast sowie Feldbau. Es wird auch eine Biogasanlage betrieben, welche die Wärmeversorgung der eigenen Betriebsstätte übernimmt. Erfreut sahen wir beim Rundgang, dass die Milchkühe sich auf Stroh frei bewegen können. Ein schöner Anblick. Aber natürlich hat auch dieser Landwirtschaftsbetrieb mit den sehr niedrigen Erzeugerpreisen zu kämpfen. Es ist unverständlich, wieso unsere qualitativ hochwertigen Lebensmittel so billig gehandelt werden.

Am nächsten Tag begann die Tour mit der Agrargenossenschaft Thonhausen e.G. mit dem Geschäftsführer Herrn Rößler. Die Schwerpunkte dieses Betriebes liegen bei der Rinder- und Ferkelaufzucht, Milchproduktion, Energiewirtschaft aus Biomasse, Wind- und Solarenergie. Die Agrargenossenschaft vermarktet auch eigene Produkte, betreibt eine hauseigene Fleischerei, einen Liefer- und sogar einen Partyservice. Das Hauptproblem für seinen Betrieb sieht Herr Rößler im Wegfall der Milchquote und den dadurch gefallenen Milchpreis. Problematisch sieht er auch den Wegfall der Abnahmepreisgarantie für Energie aus Biogasanlagen. Durch die überarbeiteten Förderrichtlinien vom Bund werden wohl kaum neue Biogasanlagen gebaut werden.

Nachmittags dann ging es zum Rittergut Schwanditz. Herr Junghannß, der Geschäftsinhaber, informierte über die Entstehung des Betriebes, die Geschichte des Gutes, die aufwendige Sanierung, über die landwirtschaftliche Produktion, den Betrieb des Hofladens, den Betrieb der Ferienwohnungen aber auch über die Hoffnungen und Visionen. Das Rittergut hat sich der Schülerbildung verschrieben. Man möchte den Schülerinnen und Schülern die Produktion von Lebensmitteln in einem sogenannten „grünen Klassenzimmer“ wieder näher bringen. Zu diesem Zweck befindet sich auch ein kleines „Schullandheim“ im Aufbau. Das größte Problem hierbei ist der öffentliche Nahverkehr, denn es gibt keine Möglichkeit von Altenburg nach Schwanditz zu gelangen. Auch von Schmölln oder Meuselwitz aus ist der Nahverkehr zeitlich sehr eingeschränkt.

Das gemeinsame Fazit aller landwirtschaftlichen Betriebe war mit einem Wunsch verbunden: Mehr Beständigkeit der Politik in Bezug auf Richtlinien, Vorgaben und gesetzliche Vorschriften für die Landwirtschaft. Die Lebensmittelproduktion muss stabil über einen größeren Zeitraum – hier wurden im Durchschnitt 15 Jahre genannt – planbar sein. Man sollte nicht vergessen, welche enorme Entwicklung die Lebensmittelproduktion in der Landwirtschaft in den letzten zwei Jahrzehnten genommen hat.